Nach einem Artikel auf kwerfeldein zum Thema “was würdet Ihr niemals fotografieren?”, musste ich erst einmal nachdenken… Ich hatte spontan kein Thema parat, wo ich sagen würde: “fotografiere ich nicht!”. Ich habe keine Berührungsängste mit nackten Menschen, Tieren, Friedhöfen etc….
Aber auch bei mir gibt es Dinge, die ich auf jeden Fall momentan (denn man kann nie wissen wohin der Weg geht…) nicht fotografieren kann. Das Thema Tod, vor allem tote Menschen gehen gar nicht. Vor ein paar Jahren starb der Vater meines Stiefbruders. Ich war auf der Beerdigung hatte meine Kamera dabei und wurde später gefragt, ob ich die Beerdigung fotografiert hätte… Nein! Kurze Zeit später verstarb mein Opa, meine Kamera hatte ich auch dieses Mal wieder dabei, es existieren Fotos von den Menschen die an der Beerdigung teilgenommen haben, (nach der eigentlich Zeremonie des Begräbnisses aufgenommen) aber keine Fotos der Beerdigung! Beerdigungen zu fotografieren gehört für mich zu einem meiner persönlichen Tabuthemen. Besonders deutlich wurde mir dies als meine Oma im Alter von 92 Jahren Ende letzten Jahres nach einer ewigen Woche bei und zu hause starb. Nachdem sie endlich sterben konnte, verbrachte ihre Hülle noch die Nacht und den halben darauf folgenden Tag bei uns. Ich, der ansonsten wenig Probleme hat in den unmöglichsten Momenten Fotos zu machen, hätte nicht im Traum daran gedacht die Kamera zur Hand zu nehmen.
Dies so denke ich, hat nicht nur mit meiner Oma und meinem persönlichen erleben ihres Todes zu tun, sondern mit meinem großen Respekt vor dem Tod als solches.
Meine Oma wurde im engsten Familienkreis beerdigt. Meine Mutter bat mich für alle, die nicht an der Trauerfeier teilnehmen konnten Fotos vom Grab und dem Grabschmuck zu machen. Dies hätte ich niemals getan, wenn meine Mutter mich nicht darum gebeten hätte.
Es liegt wahrscheinlich am Tod bzw. am Prozess des Sterbens, ich kann und will keine toten Menschen und ihre Beerdigungen fotografieren. Es gibt einfach Momente die gehören ins Herz und die Erinnerung, werden zu inneren Bildern ohne als “externe” Bilder festgehalten zu werden.
Friedhöfe sind für mich persönlich schon wieder ein ganz anders Thema, obwohl dort der Tod auch gegenwärtig ist. Ich kann seltsamerweise Friedhöfe und Gräber ohne Probleme fotografieren.
Wie sieht es bei Euch aus, wo liegen Eure fotografischen Grenzen?
Fotos die am Tag der Beerdigung meiner Oma aufgenommen wurden.
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