Mittwochmorgen machte ich mich mit meiner Freundin Anja und ihrem Mann auf in Richtung Köln/Bonn. Denn dort sollte unsere Reisen in Richtung Wien starten, und dies ganz ohne unsere Kinder.
Das ganze war ein Weihnachtsgeschenk, dass meine Freundin von ihrem Mann zu geschenkt bekommen hatte. Ich, die noch nie länger als eine Nacht von meinem Sohn “getrennt” war flog also für glatte vier Tage nach Wien. Ausgestattet mit drei Reiseführern und nur einer kleinen Ahnung was mich alles erwarten würde.
S-Bahn am Flughafen Wien am frühen Morgen.
Unser Hotel lag mitten auf der Mariahilferstraße in Wien, einer ellenlangen Einkaufsstraße voller Shoppingmöglichkeiten.
Das Wetter war in Wien, anders als in NRW nicht gerade berauschend hervorgesagt: “Regen, Schnee und Temperaturen um 3-4 ° Grad.” Bei unserer Ankunft am Morgen war das Wetter jedoch recht freundlich. Nachdem wir unser Zimmer im Hotel Kummer bezogen hatten machten wir uns auf die Stadt zu erkunden. Mit der U-Bahn machten wir uns in Richtung Stephansdom auf.
Nach einem leckeren Mittagessen machten wir un zu Fuß weiter auf den Weg.
Ich bin ein großer Klimt Fan und hatte meiner Freundin zu Beginnn unserer Reise mindestens einen Museumsbesuch angedroht. Unterwegs zum Museumsquartier begegnete uns dieses Taxi:
Im Museumsquartier konnte ich nun auch endlich mein erstes Klimtgemälde bestaunen, u.a. aber auch viele, viele Egon Schiele Bilder die nicht wirklich meinen Geschmack treffen. Allerdings hat das Museum Leopold ein wirklich einladendes und gemütliches Café mit Studentenfeeling (mit einem ausgeprochen gemischtem Puplikum) indem man hervorragend Essen kann. Das folgende Foto stammt aus dem Fenster dieses Cafe`s.
Meine Freundin, hat so manchesmal auf mich warten müssen und sich häufiger gefragt, was ich denn jetzt schon wieder fotogafieren müsste… ( Danke Anja für deine Geduld!)
Mariahilferstraße
Am zweiten Tag wachten wir tatsächlich nach altem Schema pünktlich kurz vor sieben auf. Ein Blick aus dem Fenster: dicke, dicke Schneeflocken fielen an unserem Fenster vorbei… Nach unserem Frühstück, soweit in Ordnung : “empfehlen kann ich das Rührei!” Machten wir uns sehr motiviert von unserem Hotel auf in Richtung Schloss Schönbrunn. ( Sah auf unserer Karte definitiv nicht so weit aus…, wie lang die Mariahilferstraße tatsächlich sein kann, haben wir dann allerdings zu spüren bekommen und Wintermützen und Schals gab es auf unserem Weg auch nicht zu kaufen. Die Handschuhe lagen warm und sicher im Hotel)
Unterwegs
Unser Ziel war auch nicht wirklich Schloss Schönbrunn, sondern eher der Friedhof am anderen Ende des Schlossparks (Nach vielen, vielen Kilometern, zahmen Eichhörnchen, einer falschen Richtungsentscheidung kamen wir auch irgendwann an unserem Ziel an). Nachdem wir dann den Friedhof von außen lange sehen konnten, fanden wir nach einiger Zeit auch einen Eingang… Nachdem wir dann einige Runden über den Friedhof gelaufen waren traten wir unseren Rückweg bis zum Schloss Schönbrunn an. Dort angekommen, entschieden wir uns dann doch schlauerweise für die U-Bahn. Die Sonne war inzwischen auch hervor gekommen und wir wollten das Wetter nutzen uns in Richtung Schloss Belvedere aufmachen…
Ausgestiegen sind wir an der Oper, um unseren weiteren Weg zu Fuß zurückzulegen. Hunger hatten wir inzwischen auch schon wieder und da wir uns nicht wirklich entscheiden konnten, landeten wir in einem “Wienerwald”, wo das Essen zwar in Ordnung aber sicherlich nicht das Beste gewesen ist.
Nach dem Essen machten wir uns weiter zu Fuß auf den Weg nach Belvedere, wir kamen jedoch noch an der Karlskirche vorbei… Im Eingang der Kirche standen wir kurze Zeit vor dem Kassenhäuschen, da kam jedoch von hinten auch schon ein junger Mann auf uns zu der uns anbot kostenlos an seiner Führung teilzunehmen, solange wir die Führung nicht stören würden. Ein kurzer Blickaustausch ein heimlicher Blick auf die Uhr (denn es war schon recht spät, die Führung sollte eine gute Stunde dauern und die Sonne stand schon recht tief am Himmel… unser Ziel sollte doch eigentlich Schloss Belvedere werden.) entschieden wir uns diesem Angebot etwas misstrauisch zu folgen (wo war der Haken an der Sache?!).
Die Führung begann vor der Kirche.
Die Führung wurde im inneren fortgeführt (die Teilnehmer so vermute ich im Nachhinein könnten Theologiestudenten der Uni Wien gewesen sein). Nach einer ausführlichen & sehr intersssanten Ausführung über die verschiedenen Stilrichtungen der Kirche hatten wir die Möglichkeiten in die Sakristei sowie auf die Kanzel zu steigen. Im Anschluss ging es mit dem Aufzug hoch hinauf. Das Deckengemälde der Karlskirche wurde von 2002-2004 aufwendig restauriert. Das dafür benötigte Gerüst steht aus “finanzziellen Gründen” immer noch, denn wann hat man als Kirchentourist schon einmal die Möglichkeit mit einem Aufzug bis an das Deckengemälde einer solch beeindruckenden Kirche zu gelangen (Natürlich nur in Verbindung eines Eintrittspreises). Nach weiterer sehr ausführlicher Erklärung des Deckengemäldes ging es weiter über die sehr schauckelnde Leiter des Gerüstes bis in die Kuppel der Kirche. (Sehr beeindruckend, jedoch bin ich seit ein paar Jahren nicht mehr so wirklich schwindelfrei.)
Nachdem wir wieder “sicheren” Boden unter den Füßen hatten und die Führung eigentlich beendet war, bot er uns jedoch noch einen “weiteren Aufstieg” an, so befanden wir uns nach kurzer Zeit auf dem Dach der Karlskirche und hatten bei Sonneuntergang einen ganz besonderen Blick über Wien. Ein Augenblick der mich persönlich sehr beeindruckt hat.
Natürlich war es mitlerweile viel zu spät um unseren Weg in Richtung Schloss Belvedere fortzuführen.
Unsere Füße stießen nach dem langen Marsch des Tages so ganz langsam an ihre Belastungsgrenze. Es war mittlerweile auch schon ca 18.30 Uhr. Da wir aber noch einen Supermarkt aufsuchen wollten, die Geschäfte in Wien aber tatsächlich um 19.00 Uhr alle schließen und auch die Supermärkte keine Ausnahme machen fuhren wir “nach Hause”.
Am nächsten Morgen war es besonders kalt. Den Tag begannen wir mit dem Besuch des Prunksaals der Nationalbibliothek. Im Anschluss setzten wir unserer geplante Reise nach Schloss Belvedere fort. Dort befand sich im unteren Teil eine exzellente Ausstellung von Alfons Mucha. Danach ging es weiter zum Hunderwasserhaus, unterwegs stiegen wir jedoch eine Haltestelle zu früh aus.
Zum Hundertwasserhaus haben wir es dann aber doch noch geschafft. Die Bäckerei direkt gegenüber fand ich allerdings auch sehr gelungen!
Nachdem dann doch die ersten Müdigkeitserscheinungen aufraten (unsere Füße hatten am Tag zuvor viel geleistet) fuhren wir mit der U-Bahn zurück zur Oper und besuchten dort das Café Sacher. An der Tür war bereits eine längere Schlange und wir wurden zuerst gebeten unsere Gaderobe abzugeben. Erst dan wurde uns ein Tisch zugewiesen. Ein Ehepaar amüsierte sich königlich über mich, als ich an unserem Tisch angekommen die Sacher-Karte mit samt Gaderobenzettel ablichtete. (Touri!)
Am Abend besuchten wir zum wiederholten male das Cafè Servus. Dieses sehr gemütliche Café direkt auf der Mariahilferstraße und nur wenige Meter von unserem Hotel entfernt würde glatt zu einem unserer Lieblingsplätze, wenn nicht diese Entfernung dazwischen liegen würde…
Der letzte Tag verlief sehr schleppend, meine Füße und auch mein Rücken meldeten sich. Wir schlenderten die Mariahilferstraße entlang suchten nun auch nach einigen Tagen auch ein paar Geschäfte auf.
Natürlich haben wir eine ganze Menge mehr gesehen und ich habe auch zu Anjas Leidwesen viel mehr fotografiert als hier gesehen, hoffe aber trotzdem euch hier einen kleinen Einblick geben zu könne der euch gefällt.
Zum Schluss noch ein paar Fotos…

10.5.2009 bei 23:19
Hallo Anne,
besonders die Aufnahmen im Untergrund und Deine “Kaffeehaus”-Bilder gefallen mir sehr gut. Das Photo mit dem Tschernobyl-Text wirkt sehr eindringlich aber auch beklemmend. Du zeigst Wien aus ganz ungewohnten Blickwinkeln.
LG Stephan
13.5.2009 bei 08:16
Hallo Stephan,
vielen Dank für deine Kommentare!